
Wolfgang wurde um das Jahr 924 in Pfullingen geboren. Schon früh wurde er in der Klosterschule auf der Reichenau und später in der Domschule in Würzburg erzogen. Nach einigen kirchlichen Stationen trat er überraschend in das Benediktinerkloster Einsiedeln ein, wo er 968 von Ulrich von Augsburg zum Priester geweiht wurde.
Eine Missionsreise nach Ungarn blieb erfolglos, da er die Sprache der Ungarn nicht beherrschte. Dafür wurde der Bischof von Passau auf Wolfgang aufmerksam und empfahl ihn Kaiser Otto I. als Bischof von Regensburg. Zu Weihnachten 972 wurde er zum Bischof geweiht.
Wolfgang wird als reformwilliger Bischof beschrieben, als beliebter Seelsorger mit heilenden Kräften, der aber trotz seines Ansehens demütig und bescheiden blieb. Für die Böhmen errichtete er das Bistum Prag, damit sie sich selb ständig entwickeln konnten. Er reformierte Klöster und ließ Schulen bauen, denn Bildung war ihm wichtig.
Zwischen dem bayerischen Herzog und dem Kaiser kam es zu heftigen Auseinandersetzungen, die Wolfgang nicht schlichten konnte. Der Legende nach zog er sich deshalb für einige Jahre als Einsiedler in die Gegend des Klosters Mondsee zurück. Aus seiner Höhle am heutigen Wolfgangsee soll er eines Tages ein Beil ins Tal geworfen haben mit dem Versprechen, dort, wo er das Beil wiederfinde, eine Kirche zu errichten. Eine Delegation aus Regensburg überredete Wolfgang jedoch, sein Bischofsamt in Regensburg wieder aufzunehmen.
Auf einer Pastoralreise durch seine Diözese starb er 994 in Pupping in Oberösterreich. Die herbeigeeilten Menschen ließ er seinem Sterben zusehen mit den Worten: „Sterben ist keine Schande. Schande bringt nur ein schlechtes Leben.“
Markus Hofer
Pfarrblatt KONTAKT, September 2026